3.1. Laufzeitunterschied und Intensitätsunterschied

Der Mensch hört aufgrund von zwei Effekten stereophon:

Laufzeitunterschied und Intensitätsunterschied 

Laufzeitunterschied

Bei direktem Schall von vorne, kommt der Schall an beiden Ohren gleichzeitig an. Schall von rechts kommt zuerst am rechten Ohr an und etwa 0,8 ms später am linken Ohr.


Intensitätsunterschied

Schall von vorne wird mit beiden Ohren als gleich laut empfunden. Seitlich einfallender Schall ist stark frequenzabhängig. Bei 500 Hz z. B. ist Schall von rechts am linken Ohr etwa 8 dB leiser.

Bei Frequenzen unter 100 Hz ist kein Unterschied in der Lautstärke wahrnehmbar, während sich die Kurve bei höheren Tönen stark verbiegt. Dafür sind die Ohrmuscheln verantwortlich, die Frequenzen aus verschiedenen Richtungen unterschiedlich reflektieren.

Diese verbogenen Kurven sind elementar für das räumliche Hören. So können wir unterscheiden, was von oben, unten und hinten kommt. Aber wir können dadurch hohe Töne auch nur sehr schlecht orten.

Beide Effekte finden auch in der stereophonen Mikrofonierung Anwendung.



In diesem Kurs:

  • 1. Aufbau von Mikrofonen
1.1. Konstruktionsprinzipien
  1.1.1. Druckempfänger
  1.1.2. Druckgradienten-Empfänger
  1.1.3. Nahbesprechung
1.2. Wandlertypen
  1.2.1. Elektrodynamisches Prinzip
    1.2.1.1. Bändchenmikrofon
    1.2.1.2. Tauchspulenmikrofon
  1.2.2. Elektrostatisches Prinzip
    1.2.2.1. Kondensatormikrofon
      1.2.2.1.1. Berechnung
      1.2.2.1.2. Funktionsweise & Phantomspannung
    1.2.2.2. Elektret
  1.2.3. Unterschiede & Klangvergleich
1.3. Richtcharakteristik
  1.3.1. Kugel
  1.3.2. Niere
  1.3.3. Superniere
  1.3.4. Acht
  1.3.5. Keule
  1.3.6. Übersicht: Richtcharakteristiken
1.4. Frequenzgang
  • 2. Spezielle Mikrofontypen
  • 3. Stereophonie
3.1. Laufzeit- und Intensitätsunterschied
3.2. AB-Stereophonie
3.3. XY-Stereophonie
3.4. ORTF-Stereophonie