1.2.3. Unterschiede & Klangvergleich

Impulsantwort von dynamischen und Kondensator-Mikrofonen

Dynamische und Kondensatormikrofone weisen, neben bautechnischen, auch klangliche Unterschiede auf. Dies liegt hauptsächlich an der reduzierten beweglichen Masse des Kondensatormikrofons. Bei Tauchspulenmikrofonen muss die träge Spule mitbewegt werden – bei Kondensatormikrofonen entfällt dies und die Membran kann frei schwingen.

Dabei wird ein impulsartiges, akustisches Signal an das Mikrofon gegeben und der elektrische Ausgang gemessen.

Man kann deutlich sehen, dass das Kondensatormikrofon dem Impuls schneller folgen kann. Die träge Masse der Tauchspule verzögert die Impulsdauer und die Membran schwing noch etwas nach, bis sie wieder komplett in Ruhe ist.

In der Praxis hat das zur Folge, dass insbesondere die Höhen eines dynamischen Mikrofons nicht so detailgetreu wiedergeben werden. Der Klangcharakter der Bändchenmikrofone liegt in etwa dazwischen. Er folgt den Impulsen schneller als die Tauchspule, aber die Höhen sind weicher als beim Kondensatormikrofon, die, je nach Qualität, auch zum Zischeln neigen können.


 

Video: Unterschied zwischen dynamsichen und Kondensator-Mikrofonen

Klangbeispiel mit dem SM58 und SM86



In diesem Kurs:

  • 1. Aufbau von Mikrofonen
1.1. Konstruktionsprinzipien
  1.1.1. Druckempfänger
  1.1.2. Druckgradienten-Empfänger
  1.1.3. Nahbesprechung
1.2. Wandlertypen
  1.2.1. Elektrodynamisches Prinzip
    1.2.1.1. Bändchenmikrofon
    1.2.1.2. Tauchspulenmikrofon
  1.2.2. Elektrostatisches Prinzip
    1.2.2.1. Kondensatormikrofon
      1.2.2.1.1. Berechnung
      1.2.2.1.2. Funktionsweise & Phantomspannung
    1.2.2.2. Elektret
  1.2.3. Unterschiede & Klangvergleich
1.3. Richtcharakteristik
  1.3.1. Kugel
  1.3.2. Niere
  1.3.3. Superniere
  1.3.4. Acht
  1.3.5. Keule
  1.3.6. Übersicht: Richtcharakteristiken
1.4. Frequenzgang
  • 2. Spezielle Mikrofontypen
  • 3. Stereophonie