1.1.1. Druckempfänger

Der generelle Aufbau eines Druckempfängers ist eine luftdichte Dose, über deren Öffnung eine dünne Folie (Membran) gespannt wird. Vergleichen kann man dies mit einem Höhenmesser. Das eingeschlossene Luftvolumen hat den statischen Luftdruck der Umgebung. Wandert man nach oben, wird der örtliche statische Luftdruck geringer – die Membran wölbt sich nach außen. Gegenteiliges passiert, wenn man den Berg wieder hinunter steigt.

Beim Druckempfänger wird nun noch ein kleines Loch in die Dose gebohrt, um einen wechselnden statischen Luftdruck auszugleichen (dass das Mikrofon im Tal und auf dem Berg gleich klingt).

Der Druckempfänger reagiert also auf den Luftdruck vor der Membran. Da der Luftdruck keine Richtung aufweist, kann der Druckempfänger beliebig ausgerichtet sein. Genau wie der Höhenmesser. Dies trifft auf tiefe Frequenzen uneingeschränkt zu. Bei höheren Frequenzen kann es sein, dass für Schall, der von hinten kommt, vor der Membran eine Abschattung auftrifft. Dies beginnt, wenn die Abmessungen des Mikrofons größer werden als die Wellenlänge des Schalls. Zu höheren Frequenzen hin wird also auch ein Druckempfänger zu einem leicht gerichtet Mikrofon. 


In diesem Kurs:

  • 1. Aufbau von Mikrofonen
1.1. Konstruktionsprinzipien
  1.1.1. Druckempfänger
  1.1.2. Druckgradienten-Empfänger
  1.1.3. Nahbesprechung
1.2. Wandlertypen
  1.2.1. Elektrodynamisches Prinzip
    1.2.1.1. Bändchenmikrofon
    1.2.1.2. Tauchspulenmikrofon
  1.2.2. Elektrostatisches Prinzip
    1.2.2.1. Kondensatormikrofon
      1.2.2.1.1. Berechnung
      1.2.2.1.2. Funktionsweise & Phantomspannung
    1.2.2.2. Elektret
  1.2.3. Unterschiede & Klangvergleich
1.3. Richtcharakteristik
  1.3.1. Kugel
  1.3.2. Niere
  1.3.3. Superniere
  1.3.4. Acht
  1.3.5. Keule
  1.3.6. Übersicht: Richtcharakteristiken
1.4. Frequenzgang
  • 2. Spezielle Mikrofontypen
  • 3. Stereophonie